Mag. Sonja Knefel | Klinische & Gesundheitspsychologin Wien
Mag. Sonja Knefel | Psychologische Begleitung mit Klarheit und Menschlichkeit.
Die Entstehung einer Depression ist meist multifaktoriell und wird durch das Zusammenspiel verschiedener biologischer und genetischer Faktoren beeinflusst. Eine erbliche Vorbelastung spielt dabei eine wesentliche Rolle: Schätzungen zufolge sind etwa 40 bis 50 Prozent des Erkrankungsrisikos genetisch bedingt. Dabei gibt es jedoch kein einzelnes „Depressions-Gen“. Aktuelle internationale Forschungsergebnisse zeigen vielmehr, dass zahlreiche kleine Genvarianten gemeinsam das Risiko für die Entwicklung einer Depression beeinflussen können.
Eine weitere Rolle spielen die Botenstoffe im Gehirn. Das komplexe Zusammenspiel verschiedener Neurotransmitter wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin kann bei einer Depression verändert sein. Diese Botenstoffe sind wesentlich an der Signalübertragung im Gehirn beteiligt. Darüber hinaus können hormonelle Veränderungen und entzündliche Prozesse die Entstehung einer Depression begünstigen. Dazu zählen beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion, hormonelle Veränderungen während Schwangerschaft und nach der Geburt, zyklusbedingte Störungen oder die Wechseljahre. Auch chronisch erhöhte Entzündungs- und Stresshormone können einen Einfluss auf die Entwicklung depressiver Erkrankungen haben.
Neben biologischen und genetischen Einflüssen spielen auch psychosoziale Faktoren eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer Depression. Belastende Erfahrungen in der Kindheit zählen dabei zu den stärksten Risikofaktoren im Erwachsenenalter. Dazu gehören beispielsweise Vernachlässigung, schwere Verluste oder Missbrauch. Auch einschneidende Lebensereignisse wie der Verlust eines geliebten Menschen, eine Trennung, Beziehungsabbrüche oder anhaltende Konflikte können depressive Episoden begünstigen oder auslösen.
Berufliche Krisen wie Jobverlust, dauerhafte Überforderung, Mobbing oder Bossing können das Risiko ebenfalls erhöhen. Darüber hinaus können die Diagnose einer schweren Erkrankung, chronische Schmerzen oder Pflegebedürftigkeit eine erhebliche psychische Belastung darstellen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist soziale Isolation: Sie kann sowohl als Symptom einer Depression auftreten als auch bestehende depressive Beschwerden verstärken.
Depression bedeutet nicht Schwäche, sondern eine vorübergehende Fehlregulation im emotionalen System.
Alleine durchhalten ist keine Lösung!
Gerade Ersterkrankte versuchen häufig erst einmal ohne Hilfe weiterzumachen.
Ja, Depressionen sind in der Regel gut behandelbar. Je nach Schweregrad, gewählter Therapie und Behandlungsdauer kann bei etwa 40 bis 80 Prozent der Betroffenen eine deutliche Besserung bis hin zum vollständigen Abklingen der Symptome (Remission) erreicht werden.
Ein möglichst früher Behandlungsbeginn kann den Verlauf einer Depression positiv beeinflussen. Eine rechtzeitige therapeutische Unterstützung kann dazu beitragen, eine Chronifizierung zu verhindern, die Dauer der Erkrankung zu verkürzen und das Risiko für spätere Rückfälle zu senken. Je früher eine Depression erkannt und gezielt behandelt wird, desto besser sind in der Regel die Voraussetzungen für eine nachhaltige Stabilisierung und Genesung.
Der Fokus liegt auf der bewussten, kognitiven Ebene. Unterstützt Sie dabei den Alltag zu strukturieren und den Grübelzwang zu unterbrechen. Sie lernen in den Sitzungen zunächst ihre alltäglichen Handlungen und Gedanken zu beobachten und zu verändern.
Setzt tiefer an. Sie hilft Ihnen, verschüttete Kernemotionen ( wie z. B. Trauer oder Hilflosigkeit, die sich hinter Wut oder Angst verbergen ) zu spüren, zu verstehen und zu regulieren. Durch die EFT lernen Sie, schmerzhaften Emotionen Raum zu geben, statt sie reflexartig zu unterdrücken oder „wegzudenken“.
